Flatlay in Erdtönen: cremefarbener Grobstrick-Cardigan und braune Ledertasche
20. Juli 2026

Was soll ich zum Fotoshooting anziehen?

Es ist die Frage, die mir vor einem Shooting mit Abstand am häufigsten gestellt wird: «Was sollen wir denn nur anziehen?» Meistens kommt sie ein paar Tage vorher, oft mit einem leicht ratlosen Unterton – die Vorfreude ist da, aber der Kleiderschrank fühlt sich plötzlich riesig und leer zugleich an.

Die gute Nachricht vorweg: Es ist einfacher, als es sich anfühlt. Es braucht keinen Dresscode und keine neue Garderobe – nur ein paar Leitplanken, die zuverlässig funktionieren. Ich habe sie über die Jahre gesammelt und schreibe sie hier einmal geordnet auf. Ganz am Ende gibt es das Ganze als Checkliste zum Ausdrucken.

Das Wichtigste zuerst: Fühlt euch wohl

Alle Tipps auf dieser Seite sind zweitrangig gegenüber diesem einen: Zieht etwas an, in dem ihr euch wie ihr selbst fühlt. Ein Outfit, das perfekt gestylt ist, in dem ihr euch aber verkleidet vorkommt, sieht man auf den Bildern. Wer die ganze Zeit am Saum zupft oder den Bund zurechtrückt, wirkt angespannt – und genau das hält die Kamera fest.

Darum mein erster Rat: Wählt Sachen, die ihr schon getragen habt und in denen ihr euch sicher bewegt. Bequem und selbstbewusst schlägt perfekt gestylt jedes Mal.

Farben: Erdtöne statt Signalfarben

Bei den Farben habe ich eine klare Vorliebe, und die hat einen praktischen Grund. Ich mag Erdtöne: Beige, Creme, Terrakotta, Oliv, Rost, warmes Braun, ein gedämpftes Blau oder Grün. Sie wirken zeitlos – die Bilder sehen in zehn Jahren noch gut aus – und, wichtiger noch: gedeckte Töne schmeicheln der Haut.

Umgekehrt würde ich Signalfarben eher meiden – knalliges Gelb, Neon, ein sehr kräftiges Orange oder Rot. Das hat zwei Gründe. Erstens ziehen grelle Farben den Blick weg von euren Gesichtern, dorthin, wo eigentlich nichts passiert. Zweitens kann starkes Rot oder Orange bei Sonne auf die Haut abfärben und einen leichten Farbstich erzeugen, der unvorteilhaft aussieht.

Das heisst nicht, dass alles grau und brav sein muss. Ein Farbtupfer ist willkommen – nur eben in einer gedeckten, warmen Variante statt als Signalfarbe.

Abgestimmt, nicht uniform

Wenn ihr zu zweit oder als Familie kommt, lohnt sich ein Gedanke ans Zusammenspiel. Die Faustregel: abgestimmt, nicht identisch. Der komplette Partnerlook – gleiches Hemd, gleiche Farbe – wirkt auf Bildern schnell gestellt. Schöner ist, wenn eure Outfits aus derselben Farbfamilie kommen und sich ergänzen: verschiedene Töne, die zusammen ruhig wirken.

Ein einfacher Trick: Einigt euch auf zwei bis drei Farben und bleibt dabei. Legt die Sachen am Abend vorher nebeneinander aufs Bett – dann seht ihr auf einen Blick, ob es harmoniert oder ob ein Teil aus der Reihe tanzt.

Muster sparsam, dafür Struktur

Grosse Logos, laute Prints und kräftige Muster lenken ab – der Blick bleibt am Schriftzug hängen statt bei euch. Feine Karos und schmale Streifen sind noch aus einem anderen Grund heikel: Sie können auf Fotos flimmern und ein unruhiges Muster erzeugen.

Was dagegen wunderbar funktioniert, ist Struktur statt Muster. Ein grob gestrickter Pullover, Leinen, Cord, ein gewobenes Tuch – solche Stoffe bringen Tiefe und Interesse ins Bild, ohne unruhig zu wirken. Und fliessende Stoffe haben einen zusätzlichen Reiz: Sie bewegen sich im Wind und beim Gehen, und das gibt lebendige, natürliche Bilder.

Layering und Accessoires – mein Lieblingstipp

Hier wird ein Outfit richtig interessant, und das ist der Tipp, den ich am liebsten weitergebe: Je mehr Interesse ein Look erzeugt, desto besser. Statt nur eines T-Shirts also lieber ein T-Shirt mit einem offenen Hemd darüber und einem Tuch. Dazu eine Jacke, ein Cardigan, ein Hut, ein schöner Gürtel, etwas Schmuck oder eine markante Uhr.

Jede Schicht bringt Tiefe – und ganz praktisch auch Abwechslung: Jacke an, Jacke aus, Tuch um, Tuch ab, und schon habt ihr aus einem Outfit zwei verschiedene Looks fürs gleiche Shooting. Nehmt im Zweifel lieber ein Teil zu viel mit als zu wenig; vor Ort entscheiden wir dann gemeinsam.

Für ihn

Ein Punkt, den ich fast immer anspreche: wenn möglich lange Hosen statt kurzer. Kurze Hosen sehen auf Bildern meistens einfach nicht so schön aus – sie schneiden das Bein optisch ab und ziehen die Aufmerksamkeit nach unten. Im Sommer muss das nicht schwitzig sein: eine leichte Leinenhose oder eine dünne Chino ist luftig und sieht trotzdem gut aus, gern mit locker hochgekrempelten Ärmeln am Hemd.

Und statt nur eines T-Shirts wirkt ein Hemd oder ein Overshirt darüber gleich hochwertiger. Bei den Schuhen zahlen sich saubere Lederschuhe oder schlichte Sneaker aus – lieber die als abgetragene Sportschuhe.

Für sie

Im Sommer ist es oft die einfachere Übung: Ein Kleid ist eine dankbare Wahl. Es bewegt sich, fängt den Wind, fällt schön und passt fast überall hin – ob auf der Wiese, im Wald oder in der Stadt. Fliessende Stoffe wie Leinen, Chiffon oder Viskose kommen besonders gut, weil sie Bewegung einfangen.

Ansonsten gelten dieselben Regeln wie oben: gedeckte Farben, wenig Muster, gern ein Accessoire dazu. Und für den Weg zur Location bequeme Schuhe einpacken – wir sind meist ein Stück zu Fuss unterwegs.

Denkt an Ort und Wetter

Das Outfit darf zum Ort und zur Jahreszeit passen. Erdtöne sitzen in der Natur ganz natürlich; in der Stadt darf es eine Spur klarer sein. Im Winter dürft ihr ruhig etwas mehr Farbe tragen, weil die Natur dann kahl und die Umgebung ohnehin ruhig ist.

Und bei Kälte gilt: Zieht Schichten an, die ihr wirklich anbehalten würdet. Ein schöner Mantel sieht auf den Bildern besser aus als zusammengekniffene Schultern, weil jemand friert. Fürs Gelände lohnen sich Schuhe, in denen ihr entspannt laufen könnt – frieren und stolpern sieht man beides.

Kleinigkeiten mit grosser Wirkung

Zum Schluss ein paar Dinge, die schnell vergessen gehen und trotzdem viel ausmachen:

  • Bügeln oder dämpfen. Knitterfalten sieht man auf Fotos gnadenlos.
  • Unauffällige Unterwäsche unter hellen oder dünnen Stoffen.
  • Haarschnitt ein paar Tage vorher, nicht am Vortag – so hat sich alles gesetzt.
  • An die Nägel denken, wenn die Hände ins Bild kommen. Bei Verlobungsbildern zum Beispiel ist der Ring oft ganz nah dran.
  • Im Zweifel ein zweites Outfit einpacken. Dann entscheiden wir vor Ort.

Die Checkliste zum Mitnehmen

Damit ihr nicht alles im Kopf behalten müsst, habe ich das Ganze auf einer Seite zusammengefasst – zum Ausdrucken oder aufs Handy legen, wenn ihr vor dem Schrank steht.

Vorschau der Outfit-Checkliste fürs Fotoshooting: Farben, Stoffe, Layering, Tipps für ihn und sie

Gratis-Download · PDF

Farben, Stoffe, Layering und Accessoires, Tipps für ihn und für sie – alles auf einer Seite zum Abhaken. Ohne E-Mail-Abfrage.

Outfit-Checkliste (PDF)

Und wenn ihr trotzdem unsicher seid

Dann ist das völlig in Ordnung – ihr müsst das nicht allein lösen. Nehmt zwei Optionen mit, und wir schauen vor Ort, was zum Licht und zur Location passt. Schon im Vorgespräch gehe ich eure Ideen gern mit euch durch; ein kurzes Foto eurer Favoriten aufs Handy genügt.

Am Ende zählt ohnehin weniger das perfekte Outfit als das Gefühl vor der Kamera. Wenn ihr vorher noch nie zu zweit fotografiert wurdet, nimmt ein Verlobungsshooting genau diese Unsicherheit – und ihr merkt schnell, dass es entspannter ist, als ihr denkt. Meldet euch einfach über die Kontakt-Seite, dann klären wir das gemeinsam.

Eure Hochzeit anfragen